Am 20. August durften wir gemeinsam mit dem Wirtschaftsbund Eidenberg und Lichtenberg das Unternehmen Barbaric in Eidenberg besuchen. Neben spannenden Einblicken in die Produktion konnten wir auch das 2025 fertiggestellte Bürogebäude besichtigen, das rechtzeitig zum 30-jährigen Firmenjubiläum bezogen wurde.
Ein wichtiger Betrieb für die Region
Eidenbergs Wirtschaftsbundobmann Martin-Peter Weixelbaumer freute sich über die gemeinsame Betriebsbesichtigung und das zahlreiche Kommen. Unter den Gästen begrüßte er Wirtschaftsbund Bezirksobfrau Sabine Lindorfer, WKO-Bezirksstellenleiter Klemens Ruttmann, den Lichtenberger Wirtschaftsbundobmann Dominik Sachsenhofer, Daniela Durstberger, Bürgermeisterin von Lichtenberg, Adi Hinterhölzl, Bürgermeister von Eidenberg, sowie Harald Kogler in seiner Doppelfunktion als Bürgermeister und Wirtschaftsbundobmann von Gramastetten.
Bezirksobfrau Sabine Lindorfer sprach über die Bedeutung von Betrieben wie Barbaric für unsere Region. Attraktive Arbeitsplätze vor Ort helfen dabei, qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten und lange Pendelwege zu vermeiden. Auch die Revitalisierung des bestehenden Standortes zeigt, welches Potenzial in bereits vorhandenen Betriebsflächen und Immobilien steckt.
Klemens Ruttmann, Leiter der WKO Urfahr-Umgebung, freute sich über die Investitionen in den Standort und die damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region. Bürgermeister Adi Hinterhölzl ist stolz, mit Barbaric den aktuell größten Betrieb der Gemeinde in Eidenberg zu haben. Besonders erfreulich ist für ihn, dass ein zuvor leerstehender Standort, an dem früher eine Tischlerei angesiedelt war, wieder mit Leben gefüllt wurde.

30 Jahre Barbaric – Übergabe an die nächste Generation
Die beiden „neuen“ Geschäftsführer Florian und Stefan Barbaric erzählten uns anschließend über die Firmengeschichte, die Entwicklung des Unternehmens und die Übergabe an die nächste Generation.
Nach 30 Jahren an der Spitze übergab Firmengründer Stefan Barbaric im Juni 2025 die Geschäftsführung offiziell an seine beiden Söhne Florian und Stefan. Beide sind – wie sollte es ander sein – bereits seit ihrer Kindheit eng mit dem Familienunternehmen verbunden und seit mehreren Jahren in leitenden Funktionen tätig. Florian Barbaric bringt mit seinem Mechatronik-Studium an der JKU Linz viel technisches Wissen mit, Stefan Barbaric verbindet durch sein Studium „Mechatronik & Wirtschaft“ an der FH Oberösterreich Technik und Wirtschaft. Auch Stefan und Brigitte Barbaric bleiben dem Unternehmen weiterhin verbunden und bringen ihre Erfahrung in reduziertem Umfang ein. So verbindet der Generationenwechsel neues Wissen mit der langjährigen Erfahrung der Eltern – eine ausgezeichnete Basis für die weitere Entwicklung des Familienunternehmens.
Die Unternehmensgruppe umfasst heute fünf Unternehmen und ist neben den Standorten Linz und Eidenberg auch in Deutschland und den USA vertreten. Barbaric entwickelt Handling- und Automatisierungslösungen für die Holz- und Glasindustrie. Dazu gehören unter anderem Vakuumheber, Automatisierungssysteme und vollautomatische Lagersysteme für die Holzbearbeitung.
Mit einer Exportquote von 91 Prozent ist das Unternehmen stark international ausgerichtet. Exportiert wird hauptsächlich nach Deutschland und Europa sowie in die USA und nach Australien.

Wachstum am Standort Eidenberg
Ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung war der Bau des neuen Bürogebäudes in Eidenberg. Der Spatenstich erfolgte im Mai 2024, bereits 2025 konnte das Gebäude bezogen werden. Auf knapp 900 m² Bürofläche entstanden auf zwei Etagen moderne Arbeitsplätze, Pausenräume und Kommunikationsbereiche. Das Erdgeschoss wurde nahezu vollständig in den Hang integriert, die Holzfassade fügt sich in die ländliche Umgebung ein.
In den drei bestehenden Produktionshallen werden Automatisierungsanlagen für die Holzindustrie gefertigt. Insgesamt stehen rund 3.000 m² Fertigungsfläche zur Verfügung. Im neuen Bürogebäude sind rund 65 Arbeitsplätze vorgesehen, die mit dem weiteren Wachstum des Unternehmens aufgebaut werden sollen.
Florian und Stefan Barbaric sehen im ländlichen Standort einen großen Vorteil: Qualifizierte Fachkräfte aus der Region finden hier interessante Arbeitsplätze und müssen nicht täglich nach Linz pendeln. Der Standort Linz bleibt bestehen, das weitere Wachstum soll jedoch vor allem in Eidenberg stattfinden.

Individuelle Lösungen statt Standardprodukte
Die Bandbreite der Aufträge reicht von rund 600 Euro bis zu Projekten mit einem Volumen von fünf Millionen Euro. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen: Standardlösungen werden weniger, individuelle Automatisierungslösungen gewinnen an Bedeutung.
Eine Stärke von Barbaric liegt darin, unterschiedliche Maschinen in ein gemeinsames System einzubinden und damit komplette Abläufe zu automatisieren. Aktuelle Herausforderungen sieht das Unternehmen unter anderem bei Stahl: Lange Lieferzeiten und die Preisentwicklung beschäftigen den Betrieb.
Die benötigten Endteile werden extern, unter anderem bei Göweil, produziert und bei Barbaric verbaut. Dadurch fällt in der Produktion vergleichsweise wenig Energieverbrauch an – den größten Anteil macht laut Barbaric die Beleuchtung aus. Geheizt wird am Standort Eidenberg mit Hackschnitzeln.

Chancen geben und Mitarbeitende begleiten
Ein Thema, das uns besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Lehrlingsausbildung. Brigitte Barbaric erzählte, dass das Unternehmen immer gerne Lehrlinge ausgebildet und dabei bewusst auch Jugendlichen mit schlechteren Schulnoten eine Chance gegeben hat. Nicht bei jedem gehe der „Knopf“ bereits in der Schule auf. Gerade darunter seien oft tüchtige junge Menschen mit viel Hausverstand, die sich beim klassischen Lernen einfach schwertun.
Auch heute spielen gute Arbeitsbedingungen eine wichtige Rolle. Bei Barbaric wird von Montag bis Donnerstag im 4-Tage-Arbeitszeitmodell gearbeitet. Ein familiäres Arbeitsklima und die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zählen auch für die neue Generation zu den Werten, die weitergeführt werden sollen.

Beeindruckende Einblicke in die Produktion
Bei der anschließenden Führung durch die Produktionshallen bekamen wir einen Eindruck davon, wie viel in den vergangenen Jahren in effiziente und durchdachte Arbeitsabläufe investiert wurde. Ein Beispiel dafür ist das Paternosterlager, das viele Arbeitsschritte erleichtert und gleichzeitig die Qualitätskontrolle verbessert.
Besonders aufgefallen ist uns während der Führung aber noch etwas anderes: Florian und Stefan nahmen sich immer wieder Zeit, Mitarbeitende persönlich zu begrüßen und ein paar Worte zu wechseln. Eine kleine Geste, die für uns viel über den persönlichen Umgang und die Wertschätzung im Unternehmen aussagt.

Danke und alles Gute für die Zukunft
Wir bedanken uns herzlich bei der Familie Barbaric für die Gastfreundschaft und die wirklich beeindruckenden Einblicke in das Unternehmen. Und wir gratulieren zu über 30 Jahren Unternehmensgeschichte und zu dem Weitblick und Mut, mit dem der Betrieb weiterentwickelt und gleichzeitig mit viel Herzlichkeit in die nächste Generation geführt wird. DANKE!













© Fotos: Renate Kogler | ReKo-Marketing, Ines Lehner
© Text: Renate Kogler | ReKo-Marketing
